Veröffentlicht: 17.01.2018

Myriad Coin

Entstehung von Myriad Coin

Myriad Coin ist eine experimentelle Kryptowährung, die für ihre Sicherheits- und Integritätsüberprüfung einen neuartigen Ansatz verfolgt. Sie ist unter der Kurzform Myriad bekannt. Als dezentrales, globales Zahlungssystem ermöglicht sie die Ausführung von Transaktionen in Echtzeit.

Die Transaktionen laufen direkt zwischen den Beteiligten ab, unabhängig von deren Standort. Dazu nutzt das Myriadcoin-Netzwerk eine Peer-to-Peer-Technologie und kommt ohne autoritäre Zentralinstanz aus. Die Transaktionsausübung und –verwaltung sowie die Geldschöpfung erfolgen allein durch das Netzwerk als Kollektiv.

Die Entwicklung von Myriad Coin begann im Februar 2014 als Fork, also einer Abspaltung, von der Kryptowährung Zetacoin. Ihre Entwickler kündigten den Launch von Myriadcoin in bekannten Online-Diskussionsforen für Krytopwährungen unter dem Pseudonym 8bitcoder an.

Parallel veröffentlichten sie den Quellcode, den Myriad Coin Core, auf der Open-Source Entwicklerplattform GitHub. Broker und Handelsplattformen für Kryptowährungen listen Myriad Coin unter dem Währungskürzel XMY.

Die offizielle Währungsbezeichnung direkt nach ihrer Einführung 2014 war die Langform Myriad Coin mit dem Symbol MYR. Diese Währungskennung ist mittlerweile mit dem Ticker XMY verschmolzen.

Hinter beiden Kürzeln verbirgt sich dieselbe Kryptowährung. Es gab keine Aufspaltung, nur eine Umbenennung. Beide Bezeichnungen beziehen sich auf dieselbe Datenbasis, d. h. es gibt nur eine zugrunde liegende Blockchain.

Prinzip des Multialgorithmus-Ansatz

Myriad Coin unterscheidet sich von anderen Kryptowährungen vor allem hinsichtlich der vom Netzwerk unterstützten Konsensbildungsmechanismen. Hinter Myriad steht die Idee, mehrere, voneinander unabhängige Proof-of-Work-Mechanismen auf einer Blockchain zu implementieren.

Die Myriad-Entwickler führten als eine der Ersten einen sogenannten Multialgorithmus-Ansatz für die Konsensbildung innerhalb einer Kryptowährung ein. Als erste Multi-Algo-Coin bietet Myriad für das Mining nicht nur einen einzigen Hash-Algorithmus an.

Fünf unterschiedliche Hashing-Verfahren ermöglichen die Validierung von Transaktionen. Auch das Schürfen neuer Coins, d. h. die Berechnung neuer Blöcke der Blockchain, geschieht auf diese Weise. Ein Hash-Wert ist eine kryptografische Zusammenfassung von beliebigen Inhalten, eine Art Prüfsumme.

Herkömmliche Proof-of-Work-Methoden verwenden einen normalen Prozessor (CPU) oder die Grafikkarte (GPU) zur Hash-Ermittlung. Eine verbesserte Hash-Leistung versprechen spezielle, für die jeweilige Anwendung entwickelte Computerchips, sogenannte „application-specific integrated circuit“ bzw. ASIC.

Im Multialgorithmus-Ansatz von Myriad Coin arbeiten CPU- und GPU-basierte Verfahren gleichberechtigt und simultan neben spezialisierten Technologien mit ASIC-Hardware. Der im Jahr 2013 gestartete Huntercoin war der erste Coin überhaupt mit einem multiplen Proof-of-Work-Konzept.

Ziel der dort eingesetzten Rechenlogiken, SHA256D und Scrypt, ist jedoch weniger das direkte Minen der Kryptowährung. Sie dienen primär einem Blockchain-basierten Spiel unter den Netzwerkteilnehmern. Mithilfe dieses Spiels werden neue Huntercoins erzeugt.

Ziele des Multialgorithmus-Ansatz

Die Entwickler wollten mit diesem Design das Mining ihrer Währung fair und offen für jeden gestalten. Sie wollten Zentralisierungstendenzen verhindern und eine demokratische Kontrolle über ihre Kryptowähunrung dauerhaft sicherstellen.

Eine Kryptowährungsarchitektur mit nur einem einzigen Hash-Algorithmus begünstigt die Entwicklung von teurer Spezialhardware. Das Mining wird aufgrund der hohen Anschaffungs- und Betriebskosten dieser Bauteile für einen Großteil der Nutzer unwirtschaftlich.

Dadurch konzentriert sich die Mining-Macht des gesamten Systems bei einer relativ kleinen Zahl von Nutzern, häufig großen Mining-Farmen. Diese Bündelung von Entscheidungskraft steht dem Grundkonzept eines dezentralen Systems entgegen.

Mit dem Konzept, mehrere Proof-of-Work-Mechanismen gleichberechtigt zu erlauben, steigt die Sicherheit des Systems. Jede Kryptowährung versucht, sich gegen sogenannte 51%-Attacken zu schützen.

Verfügt ein Miner über mindestens 51% der Hash-Leistung eines Netzwerks, kann er eine solche Attacke starten. Er kann die bei ihm gebündelte Mining-Macht nutzen und im Alleingang Änderungen im System durchführen.

Myriad ermöglicht durch den Multialgorithmus-Ansatz im Prinzip jedem das Mining. Dieser Mechanismus erschwert die Anhäufung von Mining-Leistung bei einzelnen Nutzern.

Die fünf Mining-Algorithmen im Myriad Coin – Netzwerk

Die fünf Algorithmen für den Proof-of-Work, die Myriad Coin unterstützt, sind SHA256D, Scrypt, Myriad-Groestl, Skein und Yescrypt. Der SHA256D-Algorithmus kam erstmalig bei der Kryptowährung Bitcoin zum Einsatz.

Skrypt ist eine Hash-Funktion, die auf Basis von Passwörtern arbeitet. Sie ist für die Berechnung durch ASICs geeignet. Mehrere Kryptowährungen setzen diese Technologie ein.

Ein Myriad-spezifischer Algorithmus ist Myriad-Groestl. Skein umfasst eine Gruppe von Hash-Algorithmen, die zunächst in die Kryptowährung SkeinCoin integriert wurde. Der Algorithmus Yescrypt nutzt den Prozessor zur Hash-Ermittlung.

Er zählt zu den CPU-basierten Verfahren. Zugleich ist er GPU-resistent. Das bedeutet, er bezieht seine Rechenleistung allein aus der CPU.

Auf die Ressourcen der Grafikkarte greift er nicht zurück. Yescrypt gehört seit August 2016 zur Palette der Proof-of-Work-Algorithmen von Myriad.

Er ersetzte die bis dahin eingebundene Qubit-Methode. Dank der fünf verschiedenen Algorithmen können unterschiedliche Geräte (CPUs, GPUs und ASICs) Blöcke für die Myriad-Blockchain errechnen.

Für das Ergebnis, die Validierung der Blockchain, spielt es kein Rolle, welcher Algorithmus eingesetzt wurde. Alle Methoden führen zum gleichen Ergebnis.

Jeder Nutzer kann frei entscheiden, welche der fünf Berechnungsmethoden er einsetzt. Die Chance, einen gültigen Hash zu erzeugen bzw. einen neuen Block zu finden, ist bei allen gleich.

Merge Mining optimiert die Hash-Leistung

Eine weitere Besonderheit von Myriad ist die Möglichkeit, Merge Mining zu betreiben. Diese im August 2015 implementierte Funktion ermöglicht, zwei verschiedene Kryptowährungen gleichzeitig mit demselben Algorithmus zu minen.

Dadurch profitiert die Kryptowährung mit der schwächeren Hash-Power von der stärkeren Hash-Leistung des anderen Coins. Im Myriadcoin-Netzwerk besteht diese Möglichkeit mit den Algorithmen Scrypt und SHA256D.

Weiterentwicklung des Myriad Coin durch die Myriad-Community

Dank der Open Source Architektur des gesamten Netzwerks wird der Myriadcoin von einer aktiven Community weiterentwickelt. Dienste wie GitHub, reddit, bitcointalk oder Facebook und Twitter dienen dem Informationsaustausch.

Auf diesen Plattformen vernetzen sich Fachleute, darunter Programmierer und Softwareentwickler, mit jedem, der Interesse hat, Myriad weiterzuentwickeln. Die Einführung von Veränderungen erfolgt über einen Netzwerkkonsens. Für die Abstimmung bedienen sich die Nutzer den fünf Konsensmechanismen, die auch für das Mining eingesetzt werden.

Sie stellen dadurch eine breite Akzeptanz bei Änderungen sicher. Aus Projekten der Community sind mehrere Spin-Offs hervorgegangen.

Abgekoppelt wurden die Kryptowährungen Saffroncoin, Digitalcoin, DigiByte, Unitus, Verge und Auroracoin. Sie arbeiten ebenfalls nach einem Multialgorithmen-Prinzip.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.