Veröffentlicht: 24.01.2018

Decred Coin

Der Decred Coin – Eine gute Lösung für das Governance Ungleichgewicht?

Der Decred Coin ist die Kryptowährung der gleichnamigen Decred Plattform. Es verwendet ein hybrides Konsensus-System, um ein Gleichgewicht zwischen Minern und Nutzern herzustellen mit dem Ziel eine robustere Währung zu schaffen.

Wer steckt hinter dem Projekt?

Decred arbeitet mit einem flexiblen Vertragsmodell, das es neuen Einzelpersonen, Gruppen und Unternehmen ermöglicht an dem Projekt zu arbeiten. Gegenwärtig besteht Decred aus einer großen Gruppe von Mitgliedern, die an dem Projekt mitwirken.

Dazu zählen 12 Entwickler, 5 Designer bzw. Grafiker, weitere 3 kümmern sich um die Koordination der Community. Projektleiter ist Jake Yocom-Piatt.

Die Hauptentwickler von Decred waren auch schon als Entwickler für Bitcoin tätig. Sie sind unter anderem verantwortlich für btcsuite, eine in Fachkreisen geachtete Bitcoin-Implementierung in Go, die schon von mehreren hochkarätigen Projekten verwendet wurde, darunter BitGo, Factom, Ethereum und das Lightning Network.

Welches Problem möchte das Unternehmen lösen?

Der Decred Coin ist eine Kryptowährung, die das Problem der Governance lösen will. Das Problem hier ein Gleichgewicht zwischen Minern und Nutzern zu finden kann schwierig sein, wie sich schon bei Bitcoin gezeigt hat.

Dort können sich nur die Miner an Abstimmungen beteiligen. Kritiker geben jedoch zu bedenken, dass die Miner nicht objektiv sind und nicht unbedingt das Wohl der Währung im Sinn haben.

Es wäre viel mehr zu erwarten, dass sie zu ihrem eigenen finanziellen Vorteil entscheiden würden, ohne sich über die langfristigen Konsequenzen Gedanken zu machen. Daher möchte Decred den Stakeholdern mehr Entscheidungsgewalt einräumen.

Doch warum gerade die Stakeholder? Laut Meinung des Unternehmens sind sie diejenigen, die am meisten von Änderungen im Netzwerk betroffen sind. Im Gegensatz zu den Minern die nach dem Proof-of-Work Konsensus arbeiten, sind ihre finanziellen Interessen direkt mit denen des Netzwerks verknüpft.

Die Miner investieren zwar auch, aber nicht direkt in das Netzwerk, sondern lediglich in die Hardware, die sie zum Minen benötigen. Doch diese Hardware könnten sie ebenso verwenden, um andere Kryptowährungen abzubauen.

Ihre Investition ist also nicht unmittelbar an den Erfolg des Unternehmens geknüpft. Außerdem sind die Stakeholder letztlich auch die Endnutzer einer Kryptowährung. Die Personen, für die das System geschaffen wurde.

Bei einem dezentralisierten Netzwerk sollte der Endbenutzer das letzte Wort haben.

Wie funktioniert die Lösung von Decred?

Decred verwendet ein innovatives Hybrid-System, das dem Proof-of-Activity ähnlich ist, um dieses Problem zu lösen. Dadurch haben die Stakeholder insgesamt mehr Macht als die Miner.

Damit ist sichergestellt, dass sie im berechtigten Fall die Entscheidung der Miner effektiv außer Kraft setzen können. Wenn mindestens 60 % der Stakeholder gegen einen bestimmten, von einem Miner generierten Block stimmen, dann wird dieser Block für ungültig erklärt.

Der Miner erhält dann als Strafe keine Blockbelohnung, da ihm böswilliges oder unverantwortliches Verhalten unterstellt wird. In diesem Szenario schützen die Stakeholder ihre Investitionen, indem sie das Netzwerk schützen und werden dafür mit einem Teil der Blockprämie belohnt.

Das bedeutet, dass Stakeholder das ultimative Mitspracherecht haben, was innerhalb des Netzwerks passiert. Dies gilt beispielsweise auch für die Einleitung eines Soft oder Hard Forks.

Um abstimmen zu können, müssen die Stakeholder Decred Coin kaufen, die sie dann in eine Art Lotterie einzahlen. Es werden anschließend fünf Gewinntickets gezogen.

Diese fünf Personen haben dann die Möglichkeit, über den aktuell generierten Block abzustimmen und können ihre Vorschläge und Ideen einbringen, über die abgestimmt wird.

Während des Lotto-Auswahlverfahrens sind die gesetzten Coins gesperrt. Das System erscheint zunächst etwas kompliziert.

Doch es stellt sicher, dass fremde Interessen wie die von Börsen- und Wallet-Anbietern nicht den Entscheidungsprozess verfälschen und ihnen ein unverhältnismäßiges Mitspracherecht über das Netzwerk eingeräumt wird.

Die Blockbelohnungen werden folgendermaßen aufgeteilt: 60 % gehen an Proof-of-Work Miner, 30 % an die Stakeholder, die über den Block abgestimmt haben und 10 % werden in einen Entwicklungsfonds eingezahlt.

Bevor mit der Entwicklung von möglicherweise kontroversen Themen begonnen wird, bittet das Entwicklerteam die Benutzer darüber abzustimmen. Dadurch kann das Team nur an Updates arbeiten, die von der Community gewünscht sind.

Der Decred Coin in Zahlen – Stand 20.01.2018

Das Unternehmen hinter dem Decred Coin verfügt über ein Marktkapital von 728.068.103 US$. Das tägliche Handelsvolumen beläuft sich auf 4.915.140 US$. Von den verfügbaren 7.012.670 Decred Coin befinden sich 6.592.670 im Umlauf. Die absolute Obergrenze liegt bei 21.000.00 Coins.

Die Website coinmarketcap.com vergibt den Platz 45 im Mineable Coin Ranking an den Decred Coin.

Fazit

Decred setzt sich mit einer Problematik auseinander, mit der viele Kryptowährungen zu kämpfen haben. Das Problem ist durchaus nicht neu und wird von vielen Fachleuten immer wieder aufgegriffen und diskutiert.

Das Modell von Decred erscheint fair, da es die Personen, für die letztlich am meisten auf dem Spiel steht, in den Vordergrund stellt. Schließlich war das auch eine der Grundgedanken und für viele der Hauptgrund sich für eine Kryptowährung zu entscheiden: Die Menschen sollten die Kontrolle über ihr Geld zurückerhalten.

Ob sich auch andere Kryptowährungen oder sogar Bitcoin ein Beispiel an dieser Governance Lösung nehmen werden bleibt abzuwarten.

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