Veröffentlicht: 10.01.2018

Bancor

Bancor – der Name einer Weltwährung

Bancor ist der Name einer Währung, die von dem berühmten britischen Ökonomen John Maynard Keynes als Weltwährungseinheit vorgeschlagen wurde.

Die Weltwährung

Bancor war Teil von Keynes‘ Plan für die Einheit des internationalen Währungssystems nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Bancor Kurs sollte in Bezug auf das Gold bestimmt werden und die Preise aller Währungen würden in Bancor ausgedrückt werden.

Zusammen mit der Einführung hat Keynes die Schaffung der Internationalen Clearing Union vorgeschlagen, durch die die gegenseitigen Schulden der Zentralbanken abgewickelt werden sollten. Diese Vorschläge wurden in Keynes Bericht auf der Bretton-Woods-Konferenz formuliert.

So sollte die Währung die nationalen Währungen in dem internationalen Zahlungsausgleich ersetzen und die Reservewährung der Welt werden.

Der Plan von Keynes sah die Schaffung von automatischen Kreditlinien für Staaten mit einem Zahlungsbilanzdefizit vor.

Bretton Woods

Keynes konnte seinen Vorschlag auf der Bretton-Woods-Konferenz zum offiziellen britischen Vorschlag machen, er wurde aber nicht akzeptiert. Statt einer supranationalen Währung nahm die Konferenz ein System gebundener Wechselkurse an, das letztlich in einem von der Weltbank und dem IWF verwalteten System an das physische Gold gebunden war.

In der Praxis etablierte das System implizit den US-Dollar als eine für andere Währungen umtauschbare Reservewährung. Der Dollar wurde implizit als Reservewährung durch den großen Handelsüberschuss und die Goldreserven der USA zum Zeitpunkt der Konferenz festgelegt.

Seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 wurde Keynes Vorschlag wiederbelebt: In einer im März 2009 gehaltenen Rede mit dem Titel Reform des Internationalen Währungssystems nannte Zhou Xiaochuan, der Gouverneur der Volksbank von China, Keynes ‚Bancor-Ansatz „weitsichtig“.

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